Nach dem Tod von 13 entführten Türken im Nordirak verschärft die Türkei die Gangart gegenüber den Kurden. Die türkische Polizei nahm in 40 Städten Hunderte Menschen wegen mutmaßlicher Kontakte zu verbotenen kurdischen Aktivisten fest. Das Innenministerium teilte mit, unter den Festgenommenen seien auch führende Vertreter der pro-kurdischen HDP – der zweitgrößten türkischen Oppositionspartei. Den insgesamt 718 Festgenommenen werden Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zur Last gelegt. Bei den Polizeieinsätzen seien zahlreiche Waffen, Dokumente und Dateien beschlagnahmt worden.

Leichen von Türken im Nordirak gefunden

Die Festnahmen erfolgten einen Tag, nachdem die türkische Regierung erklärt hatte, im Nordirak die Leichen von 13 entführten Türken, darunter Soldaten und Polizisten, gefunden zu haben. Ankara wirft der PKK vor, die Gefangenen exekutiert zu haben. Die PKK weist das zurück und erklärte, sie seien durch türkische Bombardierungen und Gefechte ums Leben gekommen.

Mittlerweile wurde bekannt, dass ein türkischer Militäreinsatz im Nordirak vergangene Woche das Ziel hatte, von der PKK entführte Türken zu befreien. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, die Getöteten hätten sich fünf beziehungsweise sechs Jahre als „Geisel“ in den Händen der PKK befunden. Man habe die Entführten retten wollen, sei aber nicht erfolgreich gewesen.

Keiner soll Operationen der Türkei hinterfragen

Erdogan verbat sich am Montag jegliche Kritik am Vorgehen gegen die Kurden. Nach dem „Blutbad“ könne weder ein Land noch eine Person oder Institution „die Operationen der Türkei im Irak und in Syrien hinterfragen, kritisieren und sich gegen sie stellen“. Sein Land werde weiter gegen die PKK vorgehen. Die „Terroristen“ seien weder im Nordirak noch in Syrien sicher.

Immer wieder kommt es zu türkischen Militäreinsätzen so wie hier im Oktober 2019 in Nordsyrien.

Zudem beschimpfte Erdogan die neue US-Regierung, weil sie die türkische Version des…