Der eine ist Harvard-Professor, der andere Wirtschaftsnobelpreisträger. Sie sind ungefähr gleich alt, beide sind Stars im Ökonomen-Orbit der Demokraten, und beide haben das Ende der Ära Trump herbeigesehnt. Doch nun sind Larry Summers und Paul Krugman zu Kontrahenten in einer Frage geworden, die über den Erfolg von Joe Bidens Präsidentschaft entscheiden könnte: Wie bringt man die US-Wirtschaft voran?

Biden plant ein Konjunkturprogramm, neben dem alles bisher Dagewesene verblasst: 1,9 Billionen Dollar soll der Staat an Bürger, Unternehmen und Regierungsstellen verteilen. Seit dem Amtsantritt versuchen der Präsident und seine Finanzministerin Janet Yellen die Öffentlichkeit, als zugänglich geltende Teile der Republikaner und auch skeptische eigene Parteifreunde von der Notwendigkeit des »Amerikanischen Rettungsplans« zu überzeugen. Doch ausgerechnet Obamas früherer Chefwirtschaftsberater fuhr ihnen in die Parade: Larry Summers warnte vor Inflationsgefahren, »wie wir sie seit einer Generation nicht erlebt haben«, sowie Folgen für den Dollar und die Stabilität des Finanzsystems. Zudem würden die explodierenden Haushaltsdefizite den künftigen Spielraum für notwendige Investitionen in die Infrastruktur einschränken. Der Ärger bei den Demokraten über die Intervention, die dem politischen Gegner in die Hände spielt, schlug hoch. »Larry Summers gibt das Stinktier bei der Covid-Rettungs-Party«, kommentierte die Hauptstadtpostille »Politico«.