Weiter auf die Unabhängigkeit hoffen, oder sich mit Spanien arrangieren? Darum ging es bei der Parlamentswahl in der nordspanischen Region. Die Separatisten-Parteien haben zusammen die meisten Stimmen bekommen. Sie könnten damit wie schon bisher die Regionalregierung in Barcelona stellen und den Konfrontationskurs gegenüber der Zentralregierung in Madrid fortsetzen. Aber etwas ist doch anders:

Die meisten Stimmen erzielten nach Auszählung fast aller Stimmzettel die Sozialisten mit ihrem Spitzenkandidaten, dem bisherigem spanischen Gesundheitsminister Salvador Illa, wie die Wahlbehörde mitteilte. Die in Madrid regierende sozialistische PSOE, die in Katalonien PSC heißt, könnte demnach mit knapp 24 Prozent der Stimmen und 33 Sitzen im katalonischen Regionalparlament rechnen. Die PSC ist zwar gegen die Unabhängigkeit, aber zu Verhandlungen mit den Unabhängigkeitsbefürwortern bereit.

74 von 135 Mandaten für separatistische Politiker

Auf Platz zwei landete demnach die moderat separatistische ERC mit gut 21 Prozent. Dass sie dennoch ebenfalls auf 33 Sitze kommen könnte, liegt daran, dass Stimmen aus ländlichen Regionen mit eher separatistischer Wählerschaft schwerer wiegen, als Stimmen in großen Städten wie Barcelona, wo die Sozialisten ihre Hochburgen haben.

Auf Platz drei folgt demnach die kompromisslosere separatistische JuntsxCat, die Partei des nach Belgien geflohenen früheren Regionalpräsidenten Carles Puigdemont, mit knapp 19 Prozent und 32 Sitzen. Dazu kommt im Lager der Separatisten noch die stramm linke CUP mit etwa 6,5 Prozent und neun Sitzen. Zusammen wären das 74 Abgeordnete im Regionalparlament mit 135 Sitzen.

Rechts von der Mitte erlitt Spaniens größte Oppositionspartei, die konservative Volkspartei, eine herbe Niederlage. Sie landete mit nur noch 3,8 Prozent und 3 Sitzen auf dem letzten Platz aller angetretenen Parteien.

Von den 5,6 Millionen Wahlberechtigten gaben gut 50 Prozent ihre Stimme ab. Bei der letzten Wahl 2017 waren es noch gut 79…