Bis vor Kurzem kannte kaum jemand die »Media Watchdogs of Sweden«, weder in Schweden noch außerhalb. Nur ein paar Hundert Interessierte folgten den selbst ernannten »Medienwächtern« auf Twitter. Untereinander kommunizieren die rund 200 Aktivisten und Mitglieder auf Englisch in einer geschlossenen Facebook-Gruppe. Die meisten von ihnen sind Akademikerinnen und Akademiker, darunter schwedische Wissenschaftler und viele Einwanderer aus EU-Ländern.

Doch seit der vergangenen Woche steht die kleine Organisation im Mittelpunkt einer erbitterten Auseinandersetzung. Es geht um die Frage: Ist scharfe Kritik an der Corona-Politik, verbunden mit Kontakten ins Ausland, eine Gefahr für die Freiheit der schwedischen Gesellschaft?

»Die schwedische Nation als Opfer einer Gehirnwäsche«

Auslöser der Debatte ist eine Radiosendung mit dem Titel »Verborgene Facebook-Gruppe beunruhigt Experten«. Für den 20-minütigen Beitrag, ausgestrahlt im öffentlich-rechtlichen Programm, haben die Journalisten die öffentlichen Twitterbeiträge und die interne Facebook-Kommunikation der »Watchdogs« ausgewertet und von Fachleuten analysieren lassen. Ergebnis: »Tonlage und Methoden sind besorgniserregend.«