Erstmals seit über 30 Jahren hat der Nikkei-Index an Asiens Leitbörse in Tokio an diesem Montag wieder die 30.000-Punkte-Marke überschritten. Der Index aus 225 führenden japanischen Unternehmen notierte gegen 15 Uhr Ortszeit (7 Uhr mitteleuropäischer Zeit) bei rund 30.061 Zählern. Dies war der höchste Stand seit August 1990. In der Weltfinanzkrise 2008/09 war der Nikkei zeitweise bis auf knapp über 7000 Punkte gefallen.

Nach oben getrieben wurde die Kurse am Montag unter anderem von vergleichsweise guten Konjunkturzahlen: laut vorläufigen Regierungsdaten wuchs Japans Wirtschaft im vierten Quartal 2020 auf das Jahr hochgerechnet um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Experten hatten mit einem Plus von 9,5 Prozent gerechnet.

Damit kommt Japan offenbar besser als erwartet aus der schweren Rezession durch die Corona-Pandemie heraus. Dennoch ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im abgelaufenen Jahr um 4,8 Prozent geschrumpft.

Für gute Stimmung sorgte auch die Nachricht, dass Japan am Wochenende dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Pfizer und seines deutschen Partners Biontech die Zulassung erteilt hat. Weniger als sechs Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio sollen die Impfungen am Mittwoch beginnen, später als in anderen Ländern. Japans Behörden hatten zunächst geprüft, ob der Impfstoff für die eigenen Bürger sicher ist.

Auf Rekordjagd sind Aktienanleger auch in den USA und Europa. An der New Yorker Wall Street erreichten der S&P-Index aus 500 führenden Konzern ebenso wie der Technologie-Index Nasdaq 100 am Freitag historische Höchststände.

Der deutsche Leitindex Dax hatte in der vergangenen Woche ebenfalls ein Rekordhoch von 14.169 Punkten erreicht. An diesem Montag notierte er im vorbörslichen Handel laut dem Broker IG schon wieder bei rund 14.145 Punkten.

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