Verschärftes Vorgehen gegen Proteste
Militär in Myanmar lässt die Muskeln spielen und schickt Panzer auf die Straßen

Sehen Sie im Video: Das Militär in Myanmar fährt gepanzerte Fahrzeuge gegen Demonstranten auf.

Das Militär in Myanmar lässt die Muskeln spielen. In der größten Stadt des Landes Yangon fuhren am Sonntag erstmals gepanzerte Fahrzeuge auf und gingen in Stellung. Zudem schränkte das Militär die Freiheitsrechte der Bürger weiter ein. So müssen die Einwohner künftig nächtliche Besucher bei den Behörden melden. Andernfalls drohen Geld- oder sogar Gefängnisstrafen. Auch können Personen und Privateigentum im Verdachtsfall ohne gerichtliche Anordnung durchsucht werden. Anwohner berichteten zudem, das Internet funktioniere nicht mehr. Am Wochenende hatten Hundertausende Menschen erneut gegen den Militärputsch von Anfang Februar protestiert. Die Demonstranten forderten die Freilassung der der entmachteten De-Facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Die US-Botschaft im Land warnte Amerikaner, Schutz zu suchen. Sie verwies auf Berichte über Militärbewegungen. In einer Erklärung der Botschaften der EU, Großbritanniens, Kanadas und elf weiteren Ländern in Myanmar vom Sonntag, hieß es, der Putsch vom 1. Februar werde verurteilt. „Wir unterstützen das Volk von Myanmar in seiner Forderung nach Demokratie, Freiheit, Frieden und Wohlstand. Die Welt schaut zu“, heißt es in der Erklärung. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden Hunderte Menschen seit dem Putsch am 1. Februar inhaftiert. Darunter auch Suu Kyi. Sie muss bis zu einer Gerichtsanhörung am Mittwoch in Haft bleiben. Das sagte ihr Anwalt. Eigentlich sollte ihre Untersuchungshaft am Montag enden. Ihr wird die illegale Einfuhr und Nutzung von sechs Funkgeräten…