Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wird mindestens bis zu einer Gerichtsanhörung am Mittwoch in Myanmar inhaftiert bleiben. Das teilte der Anwalt der gestürzten De-Facto-Regierungschefin mit.

»Dem Bezirksrichter zufolge ist die Untersuchungshaft bis zum 17. und nicht bis heute angeordnet«, sagte Anwalt Khin Maung Zaw am Montag. Eigentlich sollte ihre Untersuchungshaft am Montag enden. Suu Kyi wird illegale Einfuhr und Nutzung von sechs Funkgeräten vorgeworfen. Auf die Frage nach der Fairness des Verfahrens sagte der Anwalt: »Ob es fair ist oder nicht, können Sie selbst entscheiden.« Suu Kyi würde per Videokonferenz bei der Anhörung zugeschaltet.

Zwei Wochen nach dem Militärputsch protestierten am Montag erneut Menschen in mehreren Städten des Landes gegen die Armee. Die Militärführung ließ in der Nacht zu Montag das Internet für mehrere Stunden abschalten und schickte in der Wirtschaftsmetropole Rangun Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge auf die Straßen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Botschafter der USA, Großbritanniens und der EU forderten in einer gemeinsamen Erklärung, keine Gewalt gegen die Protestierenden anzuwenden.

Die Organisation Netblocks, die weltweit Internet-Sperren dokumentiert, gab an, die Abschaltung des Internets hätte in der Nacht fast das ganze Land betroffen. Am Montagmorgen habe das Netz weitgehend wieder funktioniert. Für zahlreiche Bürger sei aber der Zugang zu Online-Netzwerken gesperrt.

Uno-Generalsekretär António Guterres rief die Militärführung auf, das Recht auf friedliche Versammlungen zu garantieren und sicherzustellen, »dass Demonstranten keine Repression erfahren«. Der Uno-Sondergesandte Tom Andrews warnte die Generäle beim Onlinedienst Twitter vor einer Unterdrückung der Proteste: »Achtung Generäle: Ihr werdet dafür zur Verantwortung gezogen werden.«

In den vergangenen Tagen waren Sicherheitskräfte teils gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Seit dem Militärputsch…