Trotz Panzern auf den Straßen und Einschüchterungsversuchen der Armee haben in Myanmar Tausende Menschen ihren Protest gegen den Putsch in ihrem Land fortgesetzt. Das Militär geht offenbar härter gegen die Demonstranten vor: Bei einer Großkundgebung in der Stadt Mandalay im Norden des Landes fielen Berichten zufolge Schüsse.

Das Nachrichtenportal »Frontier Myanmar« zitierte einen Reporter, wonach Polizisten und Soldaten auch wahllos in Häuser geschossen hätten. Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren blutende Menschen zu sehen. Die Demonstranten verhielten sich den Berichten zufolge friedlich. Ob scharfe Munition oder Gummigeschosse benutzt wurden und ob es Tote gab, war noch unklar. Videos auf Twitter zeigten durch die Straßen marschierende Polizei mit Schlagstöcken. Der Reporter berichtete auch von zahlreichen Festnahmen. Angeblich sollen Soldaten und Polizisten bereits vor dem Verlassen ihrer Fahrzeuge auf Demonstranten geschossen und auch Schleudern eingesetzt haben.

In Yangon zog die Polizei Kräfte und Wasserwerfer in der Nähe der Sule-Pagode zusammen, einem zentralen Ort im Zentrum. Dort versammelten sich Demonstranten vor der Nationalbank und der chinesischen Botschaft. Vor der Bank hielten Hunderte Menschen schweigend Plakate in die Höhe, auf denen sie die Beschäftigten aufforderten, ebenfalls zivilen Ungehorsam zu üben.

In der Hauptstadt Naypyidaw nahm die Polizei rund zwanzig Studenten fest, die am Straßenrand protestierten. Bilder in den sozialen Medien zeigten, wie die Demonstranten bei ihrer Festnahme Slogans skandierten. »Denkt daran, wir beleidigen die Polizei nicht, und wir unterzeichnen nichts auf der Polizeiwache«, rief einer der Studenten.

Zwei Wochen nach dem Putsch hatte die Junta am Wochenende angesichts der andauernden Massenproteste die Militärpräsenz massiv verstärkt. In der größten Stadt Rangun und in Mandalay waren zahlreiche gepanzerte Militärfahrzeuge unterwegs. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung der zivilen…