In der Kabine wie im Cockpit, am Boden wie in den Büros. Der Sparkurs im Tui-Konzern verunsichert die Beschäftigten. Das Ob ist unstrittig, aber beim Wie der Kürzungen scheiden sich die Geister.

Die Piloten führen wieder eigene Verhandlungen – doch auch andere Berufsgruppen bei Tuifly werden wegen des Jobabbaus immer nervöser. In der Kabine und am Boden ist die Stimmung nach Aussage mancher Beschäftigter von Misstrauen geprägt. In Reisebüros herrscht ebenfalls dicke Luft.

Obwohl viele eigentlich gerade jetzt einen Motivationsschub bräuchten, um den Corona-Winter durchzustehen. Die im Tui-Aufsichtsrat vertretene Gewerkschaft Verdi ist wütend. Sie verlangt, dass für die Belegschaft der Airline in Technik, Verwaltung und Service mögliche Kompromisse geprüft werden. Der Arbeitgeber sei aufgerufen, über eine «Verlängerung der Altersteilzeit-Tarifverträge und Einrichtung einer Transfergesellschaft sowie flankierende Maßnahmen» zu sprechen, heißt es in einem Brief an die Mitglieder. Bisher sperre sich Tuifly. Das Unternehmen betont, die wesentlichen Bedingungen seien abgesteckt – und das wisse die Gegenseite auch.

Für Konzernchef Fritz Joussen ist es eine Gratwanderung. Angesichts des Einbruchs in der Corona-Krise muss er einerseits Jobs streichen, weltweit sind rund 8000 im Feuer. Für 5000, viele davon im Ausland, ist der Plan umgesetzt. Aber auch Tuifly, Reisebüros und die übrige Verwaltung müssen Einschnitte hinnehmen. In der Fluggesellschaft war im Sommer von bis zu 900…