Ob im Fall Alexej Nawalny oder im Zusammenhang mit dem Mord im Kleinen Tiergarten in Berlin – der russische Geheimdienst hat in jüngster Vergangenheit immer wieder für aufsehenerregende Schlagzeilen gesorgt. Auch in der irischen Hauptstadt Dublin fürchtet man offenbar die Aktivitäten der Agenten aus Russland. Einem Medienbericht zufolge haben Erweiterungspläne an der russischen Botschaft in Irland die Behörden alarmiert.

Wie die britische »Times« berichtet, sind laufende Bauarbeiten auf dem Gelände der diplomatischen Vertretung ins Visier irischer Sicherheitsbeamter geraten. Demnach habe Dublin bereits 2018 wegen Sicherheitsbedenken mit einer Notgesetzgebung umfassende Erweiterungspläne an der russischen Botschaft gestoppt.

Die damaligen Pläne hatten eine Vergrößerung des Komplexes von 2000 auf 10.000 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen. Bereits 2018 hatten irische Behörden und das Militär dem Bericht zufolge jedoch vermutet, dass hinter dem Bauvorhaben auch die Schaffung einer Spionagebasis stehen könnte.

Der »Times« zufolge hegen die Behörden nun den Verdacht, dass dieses Vorhaben auch Teil der angepassten verkleinerten Baupläne sei. Die derzeit laufenden Bauarbeiten sollen demnach nun überprüft werden. Die Ermittlungen würden sich vor allem auf eine Tiefgarage konzentrieren, die bereits gebaut worden sei. Da im Umkreis des russischen Botschaftsgebäudes ausreichend Parkplätze zur Verfügung stünden, hätte das Projekt der britischen Zeitung zufolge bei den irischen Behörden Fragen aufgeworfen.

Irland gilt als leichtes Ziel in Westeuropa

Wie die »Times« berichtet, werden die Ermittlungen vom Militär und dem irischen Geheimdienst überwacht. Über die Ergebnisse solle dann das Nationale Sicherheitskomitee unter Vorsitz des Premierministers informiert werden. Unklar sei demnach jedoch, ob Maßnahmen gegen den Bau unternommen werden könnten.

»Jede russische Botschaft auf der Welt hat Geheimdienstoffiziere, die unter diplomatischer Deckung…