Wie erwartet wurde Donald Trump vom US-Senat nicht nachträglich des Amtes enthoben. Die Zeitungskommentatoren loben das Verfahren als solches, fürchten aber auch, dass es künftig zur Showveranstaltung verkommen könnte. Die Pressestimmen.

Vor wenigen Wochen mussten US-Senatoren im Kapitol um ihr Leben bangen und vor einem wütenden Mob fliehen, den Donald Trump angestachelt hatte. Nun sollten sie am Tatort über den Mann richten, den viele für die Erstürmung des Kongressgebäudes verantwortlich machen. Ex-Präsident Trump übersteht die Ereignisse vom 6. Januar juristisch ungestraft, er könnte sich 2024 sogar erneut um das Weiße Haus bewerben. Kommentatoren sind über den Ausgang nicht überrascht – und auch deswegen besorgt. Die Pressestimmen.

„Mitteldeutsche Zeitung“

„Man reibt sich die Augen: Zweimal nun ist der Mann, dem die Verachtung für das Gesetz und seine Amtspflichten auf die Stirn geschrieben sind, vom Kongress angeklagt worden. Und zweimal hat er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen können. Ein historischer Rekord. Kein Wunder, dass Trump im fernen Florida nun triumphiert. Doch sollte man sich vom Siegesgeheul nicht täuschen lassen. Das Urteil des Senats ist allenfalls ein Freispruch zweiter Klasse. Immerhin sieben Vertreter der eigenen Partei stimmten gegen ihren früheren Präsidenten – so viel wie in keinem Impeachment-Verfahren zuvor.“

„Handelsblatt“