Der Verein »Forum Soziale Inklusion« will sich laut eigener Aussage besonders für Männer- und Väterrechte einsetzen. Auf seiner Homepage aber urteilt er vor allem abwertend über Frauen. Die Frauenministerin Franziska Giffey (SPD), so heißt es an einer Stelle, verbreite »Hysterie mit realitätsferner Propaganda« über häusliche Gewalt in Zeiten von Corona. Dennoch sollte der Männerrechtsverein 2021 mit 400.000 Euro gefördert werden (lesen Sie hier mehr dazu). Allerdings ist das Geld bisher nicht bewilligt – denn Giffeys Ministerium stellt sich quer.

Ihr Haus ist für den Verein zuständig, war aber nach Aussagen einer Sprecherin nicht einbezogen, als im Dezember die Gelder von der Großen Koalition im Haushalt verteilt wurden. Die Bewilligung kann das Frauenministerium allerdings seither zurückhalten. »Bislang liegt kein prüffähiger Projektantrag des FSI vor«, sagte eine Sprecherin dem SPIEGEL. »Eine Entscheidung über eine Förderung kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.«

So wurden die Mittel für den Männerverein zwar in einen Förderplan der Großen Koalition aufgenommen. Bei einer Förderung sind allerdings geltende rechtliche Grundlagen zu beachten, heißt es aus dem Frauenministerium. Eine dieser Grundlagen ist die gleichstellungspolitische Förderrichtlinie vom 16. Dezember vergangenen Jahres. Sie sieht unter anderem vor, dass Vereine, die gefördert werden wollen, das Ziel haben müssen, »die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzubringen und Chancengleichheit zu ermöglichen«. Beim Männerverein scheint das augenscheinlich nicht gegeben – das Ministerium hält die Antragsteller hin.

Lisi Maier, Vizechefin des Deutschen Frauenrats, sagt, der Verein erscheine zwar gemäßigt, »doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass der Vorsitzende die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung radikal ablehnt und entsprechende Akteurinnen angreift«, so Maier.

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