Zuletzt mussten Autobauer wegen Lieferverzögerungen von Elektronikchips aus Asien ihre Produktion drosseln. Angesichts dieser Abhängigkeit von Lieferungen aus Fernost will Frankreich mit Deutschland nun eine neue Strategie in der europäischen Industriepolitik planen.

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire kündigte an, er werde dazu mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprechen. Die Pläne sollten dann der EU-Kommission und den europäischen Partnern vorlegt werden, sagte Le Maire nach einem Gespräch mit EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton.

Abhängigkeit »nicht hinnehmbar«

»Unsere Abhängigkeit von Asien ist übermäßig und nicht hinnehmbar«, sagte der französische Minister. »Sie macht uns verwundbar.« Europas Branchenunternehmen müssten geschützt werden. Auch mögliche Übernahmen in dem Bereich von europäischen Unternehmen durch asiatische kritisierte Le Maire. Für Europa sei es wichtig, die Kapazitäten auszubauen und somit strategisch unabhängig zu bleiben.

Le Maire hatte erst kürzlich eine sich abzeichnende Übernahme des heimischen Giganten Carrefour durch einen kanadischen Konkurrenten mit Verweis auf die strategische Bedeutung des Unternehmens sofort durchkreuzt.

Der Politiker erinnerte daran, dass er mit Deutschland bereits gemeinsame Vorschläge zur Änderung des europäischen Wettbewerbsrechts gemacht habe. Anlass war damals das Veto der EU-Kommission gegen den beabsichtigten Zusammenschluss der Siemens-Zugsparte mit dem französischen Konkurrenten Alstom. Alstom übernahm nach der Blockade Brüssels die Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns.

Die Engpässe bei wichtigen Halbleiter-Produkten wie Elektronik-Chips und Sensoren hatten auch die deutsche Autoindustrie alarmiert. Daimler teilte zu Monatsbeginn mit, die von den Chip-Engpässen betroffene Produktion in den Mercedes-Werken in Rastatt und Bremen wieder hochzufahren.

Vor dem virtuellen G7-Treffen am Freitag, zu dem erstmals auch der neu gewählte…