Als liebste Wohnform der Deutschen gilt das Einfamilienhaus. Und dennoch darf in Hamburg-Nord keines mehr geplant werden. Dort regiert seit einem Jahr der grüne Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz und hat dafür gesorgt, dass es keine Einfamilienhäuser mehr in neuen Bebauungsplänen gibt. Der Gebäudetyp sei ineffizient und nehme zu viel Platz weg.

Das Einfamilienhaus-Verbot ergibt sich aus einem Parteitagsbeschluss für eine »Bauwende« aus dem November 2019. Darin rechnen die Grünen vor, wie viel Sand und Kies pro Eigenheim draufgehen. »Das können wir uns nicht mehr leisten«, heißt es in dem Beschluss.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, sieht den Neubau von Einfamilienhäusern mit Skepsis. »Einparteienhäuser verbrauchen viel Fläche, viele Baustoffe, viel Energie, sie sorgen für Zersiedelung und damit auch für noch mehr Verkehr«, sagte Hofreiter im Interview mit dem SPIEGEL. Die Entscheidung über Bebauungspläne liege aber bei den Kommunen.

Der Wirtschaftsweise Lars Feld hält solch ein Verbot für wenig sinnvoll. Aus seiner Sicht gehe dieser Eingriff ins Eigentumsrecht zu weit.