300 Kinder sollen den Anfang machen: In Großbritannien ist die erste Testreihe des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca mit Kindern zwischen 6 und 17 Jahren angelaufen. Freiwillige können sich an ausgewählten Kliniken melden. Für die Eltern – deren Zustimmung die Voraussetzung ist –, dürfte die Entscheidung eine schwierige Abwägung sein. Einerseits könnten ihre Kinder als Erste einen lang anhaltenden Schutz vor dem Coronavirus bekommen, andererseits ist das Mittel bisher nicht an Kindern getestet worden.

Warum sollten Kinder überhaupt geimpft werden?

Für die Verantwortlichen der nun anlaufenden Studie liegt der Vorteil auf der Hand: »Wir könnten Kindern Immunität ermöglichen, und diese möglicherweise mit einem zusätzlichen Boost bis zum Ende ihres Lebens verstärken«, sagte Sara Gilbert von der Oxford University der »Times«, deren Forschungsteam den Impfstoff mitentwickelt hat und nun auch die Studie mit Kindern betreut.

Zudem kann Covid-19 auch bei Kindern in seltenen Fällen zu schweren Erkrankungen führen, betonte der britische Kinderärzteverband Royal College of Paediatrics and Child Health. Mit einer Impfung wären sie besser geschützt.

Und: Womöglich ebbt die Pandemie erst ab, wenn auch Kinder immun gegen das Virus sind. Die unter 16-Jährigen machen rund 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus – ein nicht unerheblicher Anteil, wenn man bedenkt, dass laut Wissenschaftlern etwa 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sein müssten, damit die Pandemie von selbst zum Erliegen kommt. Und selbst das nur unter der Voraussetzung, dass das Coronavirus eine Herdenimmunität zulässt und sich nicht immer wieder so verändert, dass sich auch Geimpfte erneut anstecken können.

»Wenn Kinder und Jugendliche nicht geimpft werden können, bedeutet das tatsächlich, dass der Anteil der restlichen Bevölkerung, der erfolgreich immunisiert werden muss, entsprechend ansteigt«, sagt der Epidemiologe André Karch, stellvertretender Direktor des Instituts für…