Zu Beginn des Jahres war eine Floskel häufig zu hören: die vom Licht am Ende des Tunnels, das nun endlich zu sehen sei. Die Impfkampagne war eben erst gestartet, die britische Virusvariante zwar bekannt, aber gefühlt weit weg. Auch wenn das Jahr mit verschärften und verlängerten Corona-Maßnahmen startete, schien die Normalität nur noch einige Monate entfernt zu sein. Und so blickten die Deutschen damals auch überwiegend optimistisch auf ihre persönliche wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr.

Inzwischen bemüht kaum noch jemand die Redewendung vom Licht am Tunnelende. Zu ernüchternd waren die vergangenen Wochen: das Impfdebakel, die Verbreitung der britischen Virusvariante, weitere Corona-Mutanten etwa aus Südafrika und Brasilien, die zweimalige Verlängerung des Shutdowns, zuletzt am vergangenen Mittwoch – die Pandemie, das scheint sich immer deutlicher abzuzeichnen, wird auch den Großteil des Jahres 2021 prägen.

Gastronomen, Einzelhändler und Künstlerinnen werden noch länger ohne Umsätze dastehen und ihre Beschäftigten in Kurzarbeit ausharren, Eltern womöglich zur Betreuung ihrer Kita- und Schulkinder häufiger zu Hause bleiben müssen. Kurz: Auch ökonomisch sind die Aussichten für dieses Jahr schlechter als Anfang Januar.

Dennoch bleibt eine Mehrheit der Deutschen optimistisch, dass es für sie persönlich wirtschaftlich ein gutes Jahr werden wird. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sehen sie vergleichsweise deutlich negativer voraus – aber in beiden Aspekten hat die Zuversicht der Deutschen auch nach der abermaligen Shutdown-Verlängerung am vergangenen Mittwoch im Vergleich zum Jahresbeginn nur marginal abgenommen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL unter rund 5000 Menschen in Deutschland, durchgeführt nach den jüngsten Shutdown-Beschlüssen.

Demnach blicken aktuell 57 Prozent der Menschen in Deutschland »sehr« oder »eher«…