Uwe Neuhaus wirkte in den spektakulären 90 Minuten fast wie ein unbeteiligter Beobachter. Der Trainer von Arminia Bielefeld schien nicht so recht glauben zu können, was seine Mannschaft an diesem Montagabend zeigte. Die Ostwestfalen hatten den FC Bayern lange in die Verzweifelung getrieben – ein Sieg beim übermächtigen Gegner schien in greifbarer Nähe.

Aber die Zurückhaltung des 61-Jährigen sollte sich als weise Voraussicht herausstellen, auch wenn er am Ende dennoch zufrieden sein konnte. Nach 90 Minuten blieb die Sensation aus. Aber von diesem außergewöhnlichen 3:3 (0:2) dürfte bei der Arminia im Vorfeld wohl niemand geträumt haben. Für den Aufsteiger war es ein geradezu sensationeller Punktgewinn, von dem manch einer der Beteiligten wohl noch in vielen Jahren schwärmen wird – und der im Abstiegskampf einen unerwarteten zusätzlichen Punkt einbringt.

Für Bayern ein Abend zum schnellen Vergessen

„In der zweiten Hälfte war es ein Ritt auf der Rasierklinge. Aber wir nehmen die Glückwünsche an. Daran müssen wir uns auch gegen andere Gegner messen lassen. Wenn wir das hier abliefern können, dann können wir das auch woanders“, sagte Arminen-Angreifer Fabian Klos.

Für die Bayern war es dagegen ein Abend, den sie schnell wieder vergessen dürften. Auch weil sie weiterhin mit fünf Punkten souverän die Bundesliga-Tabelle vor RB Leipzig anführen. „Es war ein schweres Spiel. Bielefeld war sehr effektiv. Aber wir haben Fighting-Sprit gezeigt“, sagte Bayern-Angreifer Eric-Maxim Choupo-Moting, der den Corona-Infizierten Thomas Müller ersetzen musste. 

Arminen-Neuzugang Michel Vlap (9. Minute) hatte die Bielefelder in Führung geschossen, Amos Pieper (37.) erhöhte im dichten Schneegestöber in der Münchner Arena noch vor der Pause auf 2:0. Direkt nach Wiederanpfiff verkürzte Robert Lewandoski (49.) auf wieder grünem Geläuf auf 1:2. Die Bayern schienen ihre Aufholjagd begonnen zu haben. Doch die Bielefelder zeigten einen brillanten Konter, den Christian Gebauer…