von Ellen Ivits

15.02.2021, 17:36 Uhr

Die Propagandisten des russischen Staatsfernsehens lassen weiter nichts unversucht, um Alexej Nawalny zu diskreditieren. Nun präsentierten sie den Zuschauern, den „Luxus“, in dem der Kreml-Gegner in Deutschland schwelgte. 

Während Alexej Nawalny sich in Moskau einem Prozess nach dem anderen stellen muss, bemüht sich der Kreml weiter verzweifelt, den Schaden zu begrenzen, den der Oppositionspolitiker zuletzt mit seinem Enthüllungsfilm über Wladimir Putins Palast, den er sich offenbar am Schwarzen Meer erbauen ließ, angerichtet hat. Allein auf dem offiziellen Youtube-Kanal von Nawalny haben in den vergangenen vier Wochen mehr als 112 Millionen Menschen das imperialistische Interieur aus Gold und Marmor bestaunt, das den Protzbau geschmückt hat – bis es nun wegen Schimmelbefalls rundum erneuert werden muss.

Putins Beteuerungen, der Palast gehöre nicht ihm, und das Lippenbekenntnis seines Freundes aus Kindheitstagen Arkadij Rotenbergs, der sich zum „Nutznießer“ des Anwesens erklärt hat, verhallen scheinbar ungehört. Und so greift der Kreml wieder einmal auf eine Strategie zurück, die bereits seit Jahrzehnten im Einsatz ist: Wenn es nicht gelingt, das eigene Image aufzupolieren, muss man das des Gegners schädigen, so die Devise.