Ein internationales Forscherteam sollte in China den Ursprung der Corona-Pandemie untersuchen. Nach Ende der Reise gibt es nun Diskussionen, ob China den Wissenschaftlern wichtige Daten vorenthalten hat. Nach entsprechenden Vorwürfen aus den USA hat China am Sonntag wiederum den Amerikanern vorgeworfen, die internationale Kooperation im Kampf gegen die Pandemie schwer beschädigt zu haben. Mehr Klarheit könnte in dieser Woche ein erster offizieller Bericht der beteiligten Forscher bringen.

Eine Delegation der Weltgesundheitsorganisation war im Januar für vier Wochen nach China gereist, um zu klären, wie das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 entstanden ist. In der vergangenen Woche hatten die Forscher China wieder verlassen. Diverse Medien, darunter das »Wall Street Journal« und die »New York Times«, hatten in der Folge berichtet, dass die Chinesen wichtige Rohdaten nicht übergeben hätten.

»Hartnäckig nachgefragt«

Ähnlich äußerte sich auch Dominic Dwyer, ein australischer Experte für Infektionskrankheiten, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach ging es um Rohdaten zu Patienten aus der ersten Corona-Ausbruchphase in der chinesischen Stadt Wuhan im Dezember 2019. Es handelt sich offenbar um Patienten, die Symptome einer Coronaerkrankung zeigten, bei denen jedoch unklar ist, ob sie tatsächlich an Covid-19 erkrankt waren oder an einer anderen Krankheiten. Entsprechende Rohdaten gehörten zum Standard bei Untersuchungen von Ausbrüchen, sagte Dwyer.

Offenbar hatte etwa die Hälfte der Patienten Kontakt zum Wuhan-Fischmarkt, der als ein möglicher Ort der Übertragung auf den Menschen gilt. »Deswegen haben wir so hartnäckig nachgefragt«, sagte Dwyer. »Warum es nicht passiert ist, kann ich nicht kommentieren.« Ob es politische oder zeitliche Gründe gegeben habe, ob es schwierig sei, man könne nur spekulieren.

Am Samstag hatte der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, China in einer Stellungnahme scharf kritisiert. Es sei entscheidend, dass…