Hiltrud Werner hält bei Volkswagen ein trauriges Monopol. Die Rechtsvorständin, seit 2017 im Amt, ist die einzige Frau im Spitzengremium des Autoherstellers. In der fast 84-jährigen Konzerngeschichte ist sie erst die zweite, die es so weit nach oben geschafft hat. Und die erste, die sich dort einigermaßen behaupten konnte.

Ihre Vorgängerin Christine Hohmann-Dennhardt, immerhin ehemalige Daimler-Vorständin und Ex-Bundesverfassungsrichterin, hielt gerade mal ein Jahr durch. Sie hatte einen Machtkampf mit ihren männlichen Kollegen verloren.

Doch nun soll alles anders werden. Der Autohersteller will die alten Männerseilschaften kappen und Frauen künftig gleiche Chancen ermöglichen. Bei »Karrierewegen« solle »das Geschlecht keine Rolle mehr spielen«, sagt Personalvorstand Gunnar Kilian und setzt auf eine Frauenquote. Für die kommenden Jahre schreibt der Konzern seinen Managern vor, die Leitungsebenen mit mehr weiblichem Spitzenpersonal zu besetzen.

Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene der Volkswagen AG – Bereichs- und Abteilungsleiter sowie Markenvorstände – soll in Deutschland bis Ende des Jahres von gut 11 auf 13 Prozent steigen. Weltweit über alle Marken und Managementebenen hinweg strebt VW bis 2025 mindestens 20 Prozent an. Das sind eher Trippelschritte, aber selbst dafür braucht es in dem Männerladen VW besondere Anreize.