Mehr als 120 Personen seien bei dem Beben verletzt worden, berichtete der japanische Fernsehsender NHK. Er zeigte Aufnahmen von heruntergefallenen Gegenständen, zerbrochenen Glasscheiben, geplatzten Wasserleitungen, umgestürzten Grabsteinen und Rissen in Häusern in der Präfektur Fukushima. Sie liegt dem Epizentrum vor der japanischen Ostpazifikküste am nächsten.

Auf Helikopterbildern war zu sehen, wie mehrere Baumaschinen Erde abtrugen, nachdem ein Erdrutsch eine Autobahn in Fukushima vollständig blockiert hatte.

Infolge des Erdbebens blockiert ein Erdrutsch eine Autobahn in der Nähe der Stadt Soma, nördlich von Tokio

Noch mehrere hundert Kilometer entfernt waren die Erdstöße deutlich spürbar gewesen, Hochhäuser in der Hauptstadt Tokio schwankten minutenlang. In weiten Teilen der betroffenen Region ist der Betrieb des Superschnellzuges Shinkansen noch bis Dienstag aus Sicherheitsgründen unterbrochen. 

Hunderttausende ohne Strom

In der Nacht zum Sonntag waren Hunderttausende Haushalte von Stromausfällen betroffen, wie der Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco) meldete. Inzwischen ist die Versorgung weitgehend wieder hergestellt. Es gab auch keine Berichte von größeren Unregelmäßigkeiten bei Nuklearanlagen in der Region. NHK meldete lediglich, dass 160 Milliliter Wasser aus einem Abklingbecken für verbrauchte Brennstäbe in einem Kraftwerk an der Küste flossen.

Ein Immobilienmakler in der Präfektur Fukushima hat sein Büro kurzerhand auf den Bürgersteig ausgelagert

Die zuständige meteorologische Behörde JMA bezifferte die Stärke des Bebens auf 7,3. In den kommenden Tagen sei mit Nachbeben zu rechnen, sagte eine Sprecherin.

Erinnerungen an Nuklearkatastrophe

Die Erdstöße vom Samstag bewertete die Behörde als Nachbeben des Jahrhundertbebens der Stärke neun, das vor zehn Jahren dieselbe Region getroffen hatte. Damals ausgelöste haushohe Tsunamis hatten zur Nuklearkatastrophe im Kraftwerk Fukushima Daiichi geführt….