Yoweri Museveni residiert in einem Palast am Viktoriasee in Entebbe, weitab vom Lärm und Chaos der Hauptstadt Kampala. Soldaten mit Gewehren im Anschlag wachen am Eingang.

Museveni selbst wirkt entspannt, als er den SPIEGEL zum Interview empfängt. Zwar steckt er in einer Krise, seit er bei der Wahl im Januar nur knapp gegen seinen Herausforderer, den Popstar Bobi Wine, gewann. Doch von Nervosität ist ihm nichts anzumerken.

Museveni regiert Uganda seit dreieinhalb Jahrzehnten und entwickelte sich in dieser Zeit zunehmend zu einem Autokraten. Die Wahlen im Januar waren von Gewalt und Betrugsvorwürfen überschattet.

SPIEGEL: Herr Präsident, Sie galten als Freiheitskämpfer und Reformer, als sie Ihr Amt vor 35 Jahren antraten. Heute sehen viele Uganderinnen und Ugander in Ihnen einen Autokraten. Wie konnte es dazu kommen?

Yoweri Museveni: Ich bin nicht erst seit 35 Jahren in der Politik, sondern seit 60 Jahren. Ich war in der Studentenbewegung aktiv, im Widerstand, jetzt bin ich in der Regierung.