In Myanmar ist die Polizei am Sonntagabend gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vorgegangen. In Myitkyina im Norden des Landes sollen Sicherheitskräfte am Abend auf Teilnehmer einer Kundgebung gegen den Militärputsch geschossen haben. Auf Videos, die auf Twitter verbreitet wurden, war zu sehen, wie Menschen in Panik auseinander liefen. Ob es Verletzte gab und ob es sich um scharfe Munition oder um Gummigeschosse handelte, war zunächst unklar.

Die westlichen Botschaften in Myanmar forderten das Militär des Landes auf, »Gewalt gegen Demonstranten und Zivilisten zu unterlassen«. In einer Erklärung, die am späten Sonntag veröffentlicht wurde, verurteilten die Botschaften der Europäischen Union, des Vereinigten Königreichs, Kanadas und elf weiterer Nationen die Festnahmen von Oppositionellen und die Schikanen gegen Journalisten nach dem Militärputsch. »Wir unterstützen das Volk von Myanmar in seinem Streben nach Demokratie, Freiheit, Frieden und Wohlstand. Die Welt schaut zu«, hießt es in der Erklärung.

Mehrere Journalisten, die das Vorgehen der Armee filmten, seien festgenommen worden, berichteten der lokale Journalist Mratt Kyaw Thu und andere Beobachter. Viele User forderten die internationale Gemeinschaft in sozialen Netzwerken verzweifelt auf, Myanmar zu helfen.

In der größten Stadt Rangun fuhren am Abend (Ortszeit) zahlreiche Panzer ein, wie ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Entsprechende Fotos waren auch in sozialen Netzwerken zu sehen. Das Internet sollte auf Anweisung der Armee die ganze Nacht gesperrt werden, schrieb die Zeitung »The Irrawaddy«. »Die Leute befürchten Schlimmes«, sagte der Augenzeuge. In der Vergangenheit hatte das Militär jeden Widerstand brutal niedergeschlagen.

»Respektiert unsere Stimmen«

Zuvor waren erneut Zehntausende Menschen gegen den Putsch und die Militärjunta auf die Straße gegangen. Die Armee hatte sich im früheren Birma in der Nacht zum 1. Februar zurück an die Macht geputscht und die…