Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beklagen nach ihrer Rückkehr aus Wuhan, dass sie während ihres mehrwöchigen Aufenthalts in China keinen ausreichenden Zugang zu „Rohdaten“ über das Infektionsgeschehen vor Ort gehabt hätten. Der Leiter der WHO-Mission zur Untersuchung des Ursprungs der Corona-Pandemie, Peter Ben Embarek, sagte, „wir brauchen mehr Daten“, um mögliche frühe Corona-Fälle ausfindig zu machen“. Er habe die chinesischen Behörden deshalb um weitere Daten gebeten und hoffe, diese auch zu bekommen. Trotz der deutlich verspäteten Untersuchung in Wuhan gebe es noch „eine Menge zu lernen, eine Menge zu entdecken“.

Nachuntersuchungen zu 72.000 Infektionserkrankungen

Sein Team hätte gerne die Daten aus Wuhan zu Krankheitsfällen wie Lungenentzündung, Grippe und Fieber zwischen Oktober und Dezember 2019 untersucht, bei denen es sich möglicherweise bereits um COVID-19 gehandelt habe, sagte Embarek. Dabei geht es um 72.000 Fälle, von denen chinesische Experten aber nur 92 nachträglich auf das Virus untersuchten. Diese Tests fielen allesamt negativ aus.

China hatte eine unabhängige internationale Untersuchung zum Ursprung des Virus, die beim Kampf gegen diese und kommende Pandemien helfen sollte, zunächst verweigert. Erst mit einem Jahr Verspätung stimmte die Regierung in Peking der WHO-Mission zu. Die WHO-Expertengruppe hatte dann vor Ort nur wenig Zeit, da sie nach ihrem Eintreffen in Wuhan zunächst 14 Tage in Quarantäne musste.

In Wuhan erinnert zumeist nur noch der Mund-Nase-Schutz an die Pandemie

Es gebe in seinem Team eine Mischung aus Frustration und der „realistischen“ Einschätzung, was „in welchem Zeitrahmen machbar ist“, sagte Embarek nun mit Blick auf die Tage in Wuhan. Zwar gehen die Experten nach ihrer Untersuchung weiter davon aus, dass das neuartige Coronavirus von Fledermäusen über ein weiteres Tier als Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Doch wann und wo das genau geschehen sein könnte, ließ sich nach ihren…