US-Präsident Joe Biden hat den Freispruch im Amtsenthebungsverfahren gegen seinen Vorgänger Donald Trump als «Ende eines traurigen Kapitels» amerikanischer Geschichte bewertet. »Auch wenn die letzte Abstimmung nicht zu einer Verurteilung geführt hat, ist das Wesentliche der Anschuldigung unbestritten«, heißt es in einer am späten Samstagabend vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung Bidens. 57 Senatoren hätten Ex-Präsident Trump für schuldig befunden, «die tödliche Revolte gegen unsere Demokratie angestachelt» zu haben.

In einem kurzen Rückblick auf die von Trump in Frage gestellte Präsidentschaftswahl sowie die darauf folgenden Ereignisse verurteilte Biden Gewalt und Extremismus. Er denke an jene, die beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar ihr Leben verloren hätten. »Dieses traurige Kapitel unserer Geschichte erinnert uns daran, wie zerbrechlich die Demokratie ist«, sagte Biden.

In der von den Demokraten vorangetriebenen Anklage wurde Trump vorgeworfen, einen Mob zum Sturm auf das Kapitol angestiftet zu haben. Während der Unruhen waren fünf Menschen gestorben, darunter ein Polizist.

Der Konflikt müsse nun beendet und die Seele der Nation geheilt werden, sagte Biden. »Dies ist die Aufgabe, die vor uns steht, die wir gemeinsam angehen müssen – als Vereinigte Staaten von Amerika«, hieß es in Bidens Erklärung, in der das Wort »Vereinigte« unterstrichen war.

Der US-Senat hatte Trump im Amtsenthebungsverfahren vom Vorwurf der »Anstiftung zum Aufruhr« freigesprochen. Eine Mehrheit von 57 Senatoren stimmte am Samstag zwar für eine Verurteilung des Republikaners, sie verfehlten damit aber die für eine Verurteilung im Senat nötige Zweidrittelmehrheit von 67 Stimmen. 50 Demokraten und sieben Republikaner hatten für die Verurteilung votiert.

Icon: Der Spiegel