Der Großbrand wütete bei einem Zollposten nahe der Grenzstadt Islam Qala in der westafghanischen Provinz Herat. Aus noch ungeklärter Ursache explodierte ein Tankwagen und löste eine Kettenreaktion aus, wie Grenzschutzbeamte mehreren Nachrichtenagenturen bestätigten. Etwa 500 Tanklastwagen – beladen mit Gas, Diesel und Benzin – wurden demnach durch die Flammen zerstört, mindestens 60 Menschen bei dem Großbrand verletzt. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung ist noch unklar, da die Rettungskräfte wegen der großen Hitzeentwicklung noch nicht das gesamte ausgebrannte Areal erreichen konnten. Die iranischen Behörden schickten Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen an den Unglücksort auf der afghanischen Seite der Grenze.

Stromversorgung in Herat unterbrochen

TV-Bilder und Videos im Internet zeigen Explosionen, Flammen und eine immense schwarze Rauchwolke. Auch das Zollbüro in Islam Qala ist nach Behördenangaben niedergebrannt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Stromverbindung aus dem Iran in die Provinz Herat gekappt, weil mindestens zwei Strommasten durch das Feuer zerstört wurden. Die Abschaltung führte zu einem massiven Stromausfall in Herat, wie der afghanische Energiebetreiber Dabs mitteilte. Rund 60 Prozent der Haushalte seien betroffen.

Links im Bild die in Mitleidenschaft gezogene Stromtrasse

Herats Gouverneur Wahid Qatali, der sich vor Ort ein Bild der Lage verschaffte, sprach von einem gewaltigen Schaden sowohl für die Privatwirtschaft als auch für die öffentliche Infrastruktur. Durch die Grenzstadt Islam Qala verläuft eine Handelsroute zwischen Afghanistan und dem Iran.

qu/bru (afp, rtr, dpa, ap)