Die verschärften deutschen Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol sind in der Nacht zu Sonntag in Kraft getreten – und sorgen für Unmut in den betroffenen Nachbarstaaten und der Europäischen Union. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides lehnte die Schließungen der EU-Binnengrenzen entschieden ab: »Die Furcht vor den Mutationen des Coronavirus ist verständlich, aber trotzdem gilt die Wahrheit, dass sich das Virus nicht von geschlossenen Grenzen aufhalten lässt«, sagte Kyriakides der »Augsburger Allgemeinen« .

Gegen die Mutanten helfe nur konsequentes Impfen sowie die Einhaltung der Hygiene-Regeln. »Ich halte es für falsch, dass wir wieder zu einem Europa mit geschlossenen Grenzen wie im März 2020 zurückkehren«, sagte die EU-Politikerin. Sie forderte die Mitgliedsstaaten auf, stärker mit Sequenzierungen die Ausbreitung der Mutanten zu untersuchen. Andernfalls stehe die EU dem Problem »blind« gegenüber.

Seit Sonntag gelten in Deutschland wegen der Ausbreitung neuer Virus-Varianten schärfere Regeln für die Einreise aus bestimmten Ländern. Reisende wurden an stationären Grenzkontrollen überprüft. Hintergrund ist die Einstufung von Tschechien, der Slowakei und dem österreichischen Bundesland Tirol als »Virusvarianten-Gebiete« durch die Bundesregierung.

Ausnahmen gibt es für medizinisches Personal, für Lkw-Fahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte. Einreisende müssen einen negativen Corona-Test und eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorweisen. Bis spätestens Dienstag soll in Bayern den Angaben nach über weitere Ausnahmen für Angehörige systemrelevanter Berufsgruppen entschieden werden.

»In der Praxis kaum erfüllbar«

Massive Kritik an den neuen Bestimmungen kommt aus der Slowakei: Der slowakische Außenminister Ivan Korcok intervenierte bei Deutschlands Bundesaußenminister Heiko Maas gegen Reisebeschränkungen für Lastwagenfahrer. Wie das Außenministerium in Bratislava am Samstag auf seiner…