Die militant-islamistischen Taliban „müssen sich an ihre Versprechen halten: die Gewalt reduzieren und ihre Verbindungen zu Terrorgruppen einstellen“, erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Stattdessen sei ein inakzeptables Niveau an Gewalt seitens der Taliban zu beobachten. Diese richte sich auch gegen Mediziner, Richter und Journalisten.

Der Krieg in Afghanistan dauere in diesem Jahr schon zwei Jahrzehnte. „Er kann nicht für immer weiter gehen“, sagte Stoltenberg der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“. Kein NATO-Land wolle länger am Hindukusch bleiben als notwendig. Doch man habe jetzt zwei Optionen: „Wir können bleiben und uns weiterhin militärisch engagieren. Oder wir können Afghanistan verlassen und damit riskieren, dass das Land wieder ein sicherer Hafen für Terroristen wird.“ Es gebe „keine einfache Wahl“, so Stoltenberg. Nach seinen Worten berät das westliche Militärbündnis am kommenden Mittwoch über die weitere Stationierung ihrer Truppen in dem Krisenstaat.

US-Soldaten in Afghanistan (Archiv)

Es gelte als „nahezu sicher“, dass die NATO über den 30. April hinaus in Afghanistan bleibe, verlautete bereits aus NATO-Kreisen. Grund dafür seien die stockenden innerafghanischen Friedensgespräche, Defizite bei den rund 350.000 ausgebildeten afghanischen Sicherheitskräften, weitere Kontakte der Taliban zu anderen Terrorgruppen und die anhaltende Gewalt der Taliban gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Bei dem Treffen am Mittwoch sei aber noch keine Entscheidung zu erwarten.

Taliban drohen der NATO

Ein Abkommen mit den USA stellt den Taliban eigentlich einen Rückzug aller ausländischen Streitkräfte bis Ende April in Aussicht. Die Islamisten hatten sich im Gegenzug zu Verhandlungen mit der Regierung in Kabul verpflichtet und eine signifikante Reduzierung der Gewalt versprochen. Trotz Aufnahme der Friedensgespräche im September geht der Konflikt aber unvermindert weiter.

Am Samstag drohten die Taliban, eine „Fortsetzung der Besatzung und des…