Seitdem haben sich zahlreiche archäologische Expeditionen auf den Weg gemacht, um seine Grabstätte ausfindig zu machen. Sogar mithilfe von Satellitenbildern haben Forscher versucht herauszufinden, wo genau der Feldherr bestattet wurde. Doch alle Bemühungen blieben bislang erfolglos. Niemand weiß, wo sich seine Gruft befindet. Zur Zeit seiner größten Machtfülle dehnte sich das Riesenreich des Dschingis Khan vom Pazifik bis zum Kaspischen Meer aus und war etwa zweieinhalbmal so groß wie das Römische Reich. Dass seine sterblichen Überreste nicht aufzufinden sind, hat den Mythos des Herrschers noch vergrößert.

Das Fehlen eines Leichnams hat auch Spekulationen um die Todesursache des Mongolenfürsten befeuert. Einer verbreiteten Theorie zufolge fiel er vom Pferd und zog sich dabei tödliche innere Verletzungen zu – kein Ruhmesblatt für den Anführer eines Reitervolkes. Auch eine andere, weit verbreitete Legende erscheint aus heutiger Sicht wenig schmeichelhaft. Sie besagt, dass Dschingis Khan von einer Prinzessin kastriert worden sei und verblutete. Ein heroischer Abgang sieht anders aus. Der italienische Paläopathologe Francesco Galassi sieht in diesen Überlieferungen dennoch den Versuch, für die außergewöhnliche historische Figur des Dschingis Khan ein ungewöhnliches Ende zu konstruieren.

Zum Zeitpunkt seines Todes befand sich der Anführer mit seiner Armee im Krieg gegen die Westliche Xia-Dynastie, die von den Mongolen vernichtend geschlagen wurde. Und das, obwohl die Truppen des Dschingis Khan durch die Pest dezimiert wurden. Der oberste Berater des Herrschers versuchte, die Plage in den Reihen der Soldaten mit Rhabarber aufzuhalten. Wohl vergeblich. Galassi äußerte nun in der aktuellen Ausgabe des Journal of Infectious Diseases die Vermutung, dass auch der oberste Kommandant Opfer des Schwarzen Todes geworden ist.

Für diese Theorie spricht, dass Dschingis Khan laut Überlieferung acht Tage vor seinem Tod hohes Fieber befiel. Das Symptom und das relativ…