Impfskandal
Halle: Rücktrittsforderungen wegen vorzeitiger Impfung

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand ist entgegen der Impfverordnung bereits gegen Covid-19 geimpft. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Den Impfstoff verfallen lassen oder außer der Reihe Menschen vorziehen? Diese Frage stellt sich in den Impfzentren, wenn Impfstoff übrig bleibt. In Halle entfacht es einen politischen Konflikt.

Die Rufe nach Konsequenzen gegen Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) nehmen zu. In einer Sondersitzung des Stadtrates am Freitagabend äußerten einige Mitglieder ihr Unverständnis und ihren Ärger über das Gebaren Wiegands im Zusammenhang mit seiner vorzeitigen Impfung.

Immer wieder wurden Rücktrittsforderungen laut. Anders als von Wiegand behauptet, seien nicht alle Mitglieder des Stadtrates über das Verfahren mit Impfresten informiert worden. Das gaben mehrere Politiker aus den Reihen der CDU, AfD, SPD, FDP und der Grünen an. Yana Mark (FDP) bat den OB entsprechende Mails vorzulegen. Obwohl sie das Einverständnis ihrer zwei Parteikollegen auf Offenlegung mehrfach wiederholte, lehnte Wiegand dies mit Verweis auf eventuelle Konflikte mit dem Persönlichkeitsrecht ab.