Der Rechtsanwalt Michael van der Veen gehört zu der Art amerikanischer Verteidiger, die häufig auf großen Plakaten an Highways ihre Dienste anbieten. Für gewöhnlich geht er für die Opfer von Verkehrsunfällen vor Gericht.

Unlängst erstritt der Jurist aus Pennsylvania für einen Radfahrer, der von einem Auto angefahren worden war, stolze zehn Millionen Dollar Schadensersatz. Auf seiner Webseite wirbt er mit dem Slogan: »Bekannt aus der Zeitung (..) und aus dem Fernsehen.«

Nun steht van der Veen plötzlich auf der wohl größten Bühne, die das Land derzeit zu bieten hat. Im Impeachment-Verfahren vor dem US-Senat in Washington verteidigt er Ex-Präsident Donald Trump. Zusammen mit zwei anderen Trump-Anwälten tut er das, was er am besten kann. Er stellt den Ex-Präsidenten als unschuldiges Opfer eines schrecklichen Unfalls dar.

Donald Trump trage für die Vorkommnisse am US-Kapitol am 6. Januar keinerlei Verantwortung, macht van der Veen mit Empörung in der Stimme deutlich. »Zu behaupten, der Präsident habe einen Aufruhr auslösen wollen, ist eine monströse Lüge.«

Und überhaupt: »Dieses Impeachment-Verfahren der Demokraten gegen Donald Trump ist eine politische Schande«, ruft van der Veen. »Es ist eine weitere Hexenjagd, die nur dazu angetan ist, Hass zu schüren und unser Land zu spalten.«

So geht es in einem fort: Anders als am ersten Prozesstag, als das Verteidiger-Team des Ex-Präsidenten gegenüber den Anklägern von den Demokraten blass blieb, gehen van der Veen und seine Kollegen diesmal zur Attacke über. Im typischen Trump-Stil malen sie das Bild einer gigantischen Verschwörung linker Kräfte, die nichts anderes im Sinn habe, als Trump zu Fall zu bringen.

Taktiken wie bei Fox News

Die Absicht dahinter ist klar: Die Trump-Advokaten wollen ihren Mandanten Trump zufriedenstellen, der die Sache am heimischen Fernseher verfolgt. Und sie wollen den republikanischen Senatoren möglichst viele Argumente liefern, damit die am Ende mit ruhigem Gewissen…