Um ein Haar wäre Edwin Hubble der Wissenschaft entglitten. Dann würde das nach ihm benannte Weltraumteleskop, eines der mächtigsten Instrumente der Astronomie, heute wohl einen anderen Namen tragen. Doch der Amerikaner fand zurück zur Forschung, nachdem er zwischenzeitlich ein Jura-Studium in Oxford absolviert und kurze Zeit als Anwalt gearbeitet hatte.

Anfang der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts vergrößerte Hubble mit einem Schlag das damals bekannte Universum. Er zeigte, dass der Andromeda-Nebel mehr ist als eine einfache Gaswolke, in der junge Sterne geboren werden. Stattdessen handelt es sich um eine ganze Galaxie – unsere Milchstraße ist also nur eine unter vielen.

Das Hubble-Weltraumteleskop tut es seinem Namensgeber gleich. Dank des fliegenden Observatoriums haben wir Einblicke in weit entfernten Gegenden des Alls, in die man vorher kaum so detailreich hätte schauen können. Seit 30 Jahren schwebt die gut 13 Meter lange Tonne durch das All, rund 550 Kilometer über der Erde. Wenn es so läuft wie geplant, wird Hubble Ende des Jahres vom »James Webb«-Weltraumteleskop abgelöst.

Der Vorteil von Hubble ist seine Lage im All. Denn bei Beobachtungen von der Erde aus gibt es für Astronomen ein Problem. Die Atmosphäre stört die Signale, die Teleskope auffangen sollen. Außerdem ist sie für einen Teil der Strahlung des elektromagnetischen Spektrums undurchlässig – für Röntgenstrahlung oder Licht im ultravioletten Bereich beispielsweise. Darunter ist auch Strahlung im infraroten Spektrum. Im Weltall besteht das Problem nicht. Auch deshalb gelingen Hubble so tolle Bilder.

Das menschliche Auge kann nur einen geringen Teil der Strahlung erkennen – das sichtbare Licht. Doch das elektromagnetische Spektrum reicht weiter. Auch beispielsweise Radiowellen oder Röntgenstrahlen gehören dazu. Das Hubble-Teleskop arbeitet zwar überwiegend im Bereich des sichtbaren Lichts, aber es empfängt auch Infrarotsignale oder Ultraviolettstrahlung.

Es sind vor allem…