Im Impeachment-Prozess gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump werden nun doch keine Zeugen befragt. Demokraten und Republikaner einigten sich, eine schriftliche Erklärung einer republikanischen Abgeordneten formell als Beweisdokument aufzunehmen. Die demokratischen Ankläger verzichteten in der Folge auf eine Vorladung der Abgeordneten Jaime Herrera Beutler, die Vorwürfe gegen Trump erhoben hatte. Damit wird der Prozess für bis zu vier Stunden mit Schlussplädoyers fortgesetzt. Im Anschluss wird mit einer Abstimmung über die Amtsenthebung gerechnet. Das Verfahren über die Verantwortung Trumps für die Erstürmung des Kapitols am 6. Januar könnte damit doch noch an diesem Samstag zu Ende gehen. 

Zuvor hatten die Ankläger der Demokraten im Senat beantragt, mindestens eine Zeugin vorzuladen. Der demokratische Abgeordnete und Anklageführer Jamie Raskin sagte, er wolle die republikanische Abgeordnete Beutler und möglicherweise weitere Zeugen befragen.

Aussage könnte Trump erneut belasten

Raskin hatte zuvor gefordert, die republikanische Abgeordnete eine Stunde lang per Videoschalte anzuhören. Trumps Verteidiger lehnten erst ab, später stimmten sie dann doch zu. Auch alle demokratischen Senatoren und einige Republikaner votierten zunächst im Grundsatz für die Anhörung – wodurch sich das Verfahren verzögert hätte.

Kann die Aussage von Jaime Herrera Beutler die Wende bringen?

Die Abgeordnete Beutler hatte in der Nacht zum Samstag über ein Telefonat zwischen Trump und dem republikanischen Minderheitsführer in der Kongresskammer, Kevin McCarthy, während der Erstürmung des Kapitols berichtet und damit den Ex-Präsidenten erneut belastet. Demnach versuchte McCarthy Trump am 6. Januar zu überzeugen, die Angreifer zu einem Rückzug aus dem Kapitol aufzurufen. Trump habe dies verweigert und zunächst Antifa-Aktivisten verantwortlich gemacht. Als McCarthy dies zurückgewiesen und erklärt habe, es handle sich Trump-Anhänger, habe der damalige Präsident…