Meist gut gelaunt sitzt Andreas Kalbitz in den Reihen der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion. Es macht so gar nicht den Anschein, als sei der 48-Jährige unter den AfD-Abgeordneten isoliert. Dabei ist Kalbitz seit fast einem halben Jahr parteilos. Doch Freunde hat er in der Brandenburger AfD noch viele, für seine Aufnahme in die Fraktion wurde sogar im vergangenen Jahr die Satzung geändert.

Erst kürzlich tauchte sein Name auf einer Vorschlagsliste für die Wahl in das Parlamentarische Kontrollgremium auf, in dem der Oppositionspartei ein Sitz zusteht. Ausgerechnet für das Gremium, welches das Landesamt für Verfassungsschutz kontrolliert. Die Bundesbehörde in Köln wiederum bezeichnet Kalbitz offen seit 2020 als »Rechtsextremisten«.

Die Wahl von Kalbitz fand nicht statt, sein Name wurde kurz vor dem Wahlgang von der AfD-Fraktion wieder gestrichen, der anschließend ins Rennen geschickte Abgeordnete fiel bei den anderen Parteien durch. Möglicherweise wird die Fraktion Kalbitz zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorschlagen, heißt es in der Landtagsfraktion.

Ein Beispiel, das illustriert, wie stark Kalbitz weiterhin in der AfD verankert ist, Parteimitgliedschaft hin oder her. Einst war er in der AfD ein wichtiger Kopf, Brandenburger AfD-Landes- und Fraktionschef, Bundesvorstandsmitglied, Organisator des seit April offiziell aufgelösten »Flügel«-Netzwerks. Nachdem der Bundesvorstand ihn im Mai vergangenen Jahres aus der Partei geworfen hatte, verlor er auch seine offiziellen Ämter.

Doch Kalbitz politisches Wirken ist keineswegs zu Ende.

Knapp sieben Monate vor der Bundestagswahl verbreitet sich in der AfD hartnäckig das Gerücht, Kalbitz könnte im brandenburgischen Bundestagswahlkreis 65 – Elbe-Elster Oberspreewald Lausitz II – als Direktkandidat vorgeschlagen werden. Es soll Stimmen aus den Kreisverbänden geben, die dafür sind. Zwei AfD-Kreisverbände liegen in diesem Wahlkreis, am 28. Februar ist dort für die Wahl des Direktkandidaten die…