Das Weiße Haus hat einen Vize-Sprecher für eine Woche suspendiert, nachdem er eine Journalistin in einem Streit bedroht haben soll. Sein Verhalten sei »völlig inakzeptabel« gewesen und er wisse das, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

Die Bestrafung folgte auf einen Artikel der »Vanity Fair«. Darin hieß es, dass der Vize-Sprecher T.J. Ducklo einer Reporterin des Portals »Politico« gedroht habe, sie zu »vernichten« und ihre Reputation zu zerstören. Zudem soll Ducklo abfällige und frauenfeindliche Kommentare gemacht und vulgäre Ausdrücke benutzt haben. Die Journalistin hatte Fragen zu Ducklos Beziehung zu einer Reporterin der Website »Axios« gestellt.

Psaki erklärte, dass sich Ducklo bei der Reporterin entschuldigt habe, »mit der er ein erhitztes Gespräch über sein Privatleben hatte«. Er habe gegenüber der Journalistin sein »tiefes Bedauern« zum Ausdruck gebracht und wisse, dass er gegen die vom Präsidenten aufgestellten Verhaltensregeln verstoßen habe.

»Ernsthafte Strafe«

Psaki wurde bei ihrer Pressekonferenz auch an Bidens Ankündigung erinnert, auf der Stelle jeden zu feuern, der respektlos mit seinen Kollegen sei. »Wir befanden, dass es eine ernsthafte Strafe ist«, sagte Psaki. Demnach werde Ducklo während seiner Suspendierung nicht bezahlt. Sie habe die Entscheidung in Absprache mit Bidens Stabschef Ron Klain getroffen, mit dem Präsidenten habe sie nicht darüber gesprochen, sagte Psaki.

Die Suspendierung warf Fragen in Washington auf. Nachdem der ehemalige Präsident Donald Trump die Medien häufig als »Feinde des Volkes« beschimpft hatte, versprach die Administration seines Nachfolgers Joe Biden einen professionellen Umgang mit der Presse.

Trump verschliss in seiner Zeit im Weißen Haus gleich drei Pressesprecherinnen und Pressesprecher. Sean Spicer, Sarah Huckabee Sanders und Stephanie Gishram traten zurück, ehe Kayleigh McEnany bis zur Amtsübergabe an Biden die Presserunden leitete. Spicer war bereits in seiner ersten…