Nun hat er die Konsequenzen gezogen. Der Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in Tokio, Yoshiro Mori, ist offiziell zurückgetreten. Hintergrund waren frauenfeindliche Äußerungen, die ihn massiv in die Kritik gebracht hatten. In einer Pressekonferenz in Tokio entschuldigte sich Mori erneut wegen seiner „unangemessenen Äußerungen, die Verwirrung stifteten“. Für seine Nachfolge ist Olympia-Minister Seiko Hashimoto im Gespräch. Zuvor war der 84 Jahre alte Saburo Kawabuchi favorisiert worden, einst Chef der japanischen Fußball-Liga. Doch dieser winkte ab.

Frauenfeindliche Äußerungen und anschließender Protest

Mori hatte sich in einer Videokonferenz des Japanischen Olympischen Komitees gegen dessen Plan ausgesprochen, den Anteil der Frauen im Vorstand von 20 auf 40 Prozent zu verdoppeln. Frauen tendierten dazu, zu viel zu reden, sagte Mori. Obwohl sich der 83 Jahre alte frühere japanische Ministerpräsident später für seine, wie er es nannte, „unangemessenen Worte“ entschuldigte, löste er einen Sturm der Entrüstung aus, der auch eine Woche später noch nicht abgeebbt ist. Das OK zählte mehr als 1000 Anrufe und E-Mails erboster Japanerinnen und Japaner.

Empörung auch auf der Straße über die Äußerungen Moris

Mit Verweis auf Mori sagten 400 „Volunteers“ ab, die sich zuvor als freiwillige Helfer für das Mega-Event gemeldet hatten. Auch aus dem Kreis der olympischen Fackelträger gab es eine erste Absage: Shinji Tsubokura aus Fukushima nannte Moris Äußerungen „unakzeptabel“. Nach eigenen Worten hatte er zuvor einen Brief erhalten, in dem sich das OK für Moris Worte entschuldigte.

Auch das IOC ließ in fallen

Auch das Internationale Olympische Kommittee (IOC) hatte sich von Mori bereits distanziert. „Die jüngsten Äußerungen von Tokio-2020-Präsident Mori waren absolut unangemessen und standen im Widerspruch zu den Verpflichtungen des IOC und den Reformen seiner Olympischen Agenda 2020“, erklärte das Internationale Olympische Komitee und…