Fast ein Jahr lang hatte die Röhre auf dem Meeresgrund gelegen. Bis zum vergangenen Sonntag. Da hob das russische Verlegeschiff »Fortuna« die tonnenschwere Leitung an. Wenig später begann die Mannschaft mit Schweißarbeiten. Röhre für Röhre, jede einzelne mit einer Länge von etwa 12 Metern und einem Gewicht von rund 24 Tonnen, wurde an die vorhandene Pipeline gefügt.

Doch nach wenigen Hundert Metern war der Einsatz wieder vorbei. Die Sturm- und Kaltfront zwang die »Fortuna« zum Stopp. Die Besatzung musste die Pipeline wieder auf den Grund sacken lassen.

Das Wetter wird Nord Stream 2 nur kurz stoppen, schon in der nächsten Woche sollen die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Das Konsortium ist fest entschlossen, das milliardenschwere Projekt fertigzustellen. Und kaum jemand zweifelt daran, dass es auch so kommen wird.

Schon länger haben die beteiligten Firmen und Nord-Stream-2-Geschäftsführer Matthias Warnig zuständige Ministerien wie das Auswärtige Amt und das Bundeswirtschaftsministerium vorbereitet. Erst vor wenigen Tagen auch das Kanzleramt. Es sei Zeit, die Sache zu Ende zu bringen, sagt ein hochrangiger Manager.