Militär
Gehaltsabrechnung eines Legionärs: So zogen die Römer ihre Soldaten über den Tisch

Der Kaiser Titus plünderte den Tempelschatz in Jerusalem.

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von Gernot Kramper

09.02.2021, 14:48 Uhr

Der Dienst in einer römischen Legion war hart und gefährlich. Und er lohnte sich unter Umständen nicht: Die Zahlmeister beherrschten die Kunst, durch Abzüge die Auszahlung auf null zu bringen.

In jeder Epoche macht das Militär den einfachen Soldaten große Versprechungen, die dann nicht eingehalten werden. Ein bekannter Trick bezieht sich auf den Sold. Nominell ist das meist eine stattliche Summe, nur ausgezahlt wird wenig.

Diese Methode beherrschten schon die Römer, was der Gehaltszettel eines Legionärs beweist, der bei der Ausgrabung eines 1900 Jahre alten römischen Lagers im heutigen Israel gefunden wurde. Legionär Gaius Messius hatte ohnehin kein gutes Los gezogen. Ihn verschlug es ins heutige Israel – im römischen Imperium galt die Gegend auch ohne Krieg schon als „Shithole Country“.