Es ist keine Retourkutsche, sondern eine Reaktion auf den Militärputsch. Facebook schränkt in Myanmar die Verbreitung der Profile und Inhalte der Armeeführung ein. Das soziale Netzwerk begründet seine Entscheidung mit Falschmeldungen von Seiten der Militärs. Die Maßnahmen seien kein Verbot, würden aber die Anzahl der Personen verringern, die die Inhalte sehen könnten. Das Unternehmen erklärte weiter, betroffen seien die offizielle Seite der Armee, die ihres Sprechers sowie alle weiteren vom Militär kontrollierten Seiten. Diese würden ab jetzt auch nicht mehr in den News-Feeds empfohlen.

Facebook schützt Inhalte der Opposition 

Laut Facebook können Myanmars Regierungsbehörden auch keine Anträge mehr zur Entfernung von Inhalten stellen.“Wir schützen damit Inhalte wie die politische Rede, die es den Menschen in Myanmar erlaubt, sich zu äußern und der Welt zu zeigen, was in ihrem Land vor sich geht“, sagte Rafael Frankel, Facebooks Direktor für Public Policy in den Schwellenländern des Asien-Pazifik-Raums. Nach dem Putsch vom 1. Februar hatte die Junta Facebook blockiert und der Opposition damit ein wichtiges Kommunikationsmittel genommen.

Und wieder protestieren Tausende Menschen gegen die Junta

Anhänger der entmachteten zivilen Regierung  von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gingen den siebten Tag in Folge auf die Straße. In Mawlamyine, der drittgrößten Stadt im ehemaligen Birma, gaben Soldaten laut Augenzeugen Schüsse ab, um die Menge zu zerstreuen.

Weitere Festnahmen

Die Junta geht auch nach wie vor hart gegen ehemalige Führungspersönlichkeiten vor. Nach Informationen der Zeitung „The Irrawaddy“ wurden mindestens sechs weitere frühere hochrangige Politiker festgenommen. Unter ihnen soll ein enger Berater Suu Kyis sein.

Vor einem Gefängnis in Rangun warten Angehörige und Freunde auf die Freilassung Gefangener

Gleichzeitig ließ die Militärführung nach eigenen Angaben anlässlich eines Feiertags mehr als 23.000 Gefangene frei…