US-Präsident Joe Biden hat seinem Vorgänger Donald Trump Versäumnisse beim Aufbau eines Corona-Impfprogramms vorgeworfen. Der von Trump geerbte Plan sei „viel schlechter“ als erwartet, sagte der Demokrat am Donnerstag. Sein Team sei über die Impfstoffversorgung getäuscht worden. Er rief zur Geduld auf und sagte, seine Regierung habe mittlerweile 200 Millionen weitere Dosen gekauft. „Wir werden nicht alles gleich behoben haben, aber wir werden es beheben“, versprach Biden. Derzeit übersteigt die Nachfrage nach dem Impfstoff das Angebot bei weitem. Deshalb haben viele Amerikaner Schwierigkeiten, einen Termin für die Immunisierung zu bekommen.

Biden warf Trump vor, nicht genug Impfstoff bestellt zu haben. Während die Wissenschaftler ihre Arbeit bei der Entdeckung von Impfstoffen in Rekordzeit erledigt hätten, habe sein Vorgänger „seine Arbeit nicht getan, als es darum ging, sich auf die massive Herausforderung vorzubereiten, Hunderte von Millionen zu impfen“. Das Trump-Team reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Reaktion auf diese Kommentare.

Biden zufolge hat die US-Regierung Verträge über 100 Millionen Dosen des Impfstoffs von Moderna und 100 Millionen weitere von Pfizer unterzeichnet. „Wir haben jetzt genug Impfstoff gekauft, um alle Amerikaner zu impfen“, sagte Biden. Die Vereinigten Staaten mit ihren rund 330 Millionen Einwohner seien auf dem besten Weg, bis Ende Juli 300 Millionen Dosen zu haben.

Die „New York Times“ berichtet derweil, dass der damals amtierende US-Präsident Donald Trump 2020 gravierender an Covid-19 erkrankt gewesen sei as bislang bekannt. Unter Bezug auf nicht genannte Quellen schreibt die Zeitung, Trumps Umfeld habe befürchtet, der Präsident müsse an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen. Die Sauerstoffwerte in seinem Blut seien extrem niedrig gewesen, zudem habe der Patient Lungenprobleme gehabt, die auf eine Entzündung des Organs hingewiesen hätten.

Icon: Der Spiegel