Die Ankläger im Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump haben dessen Verteidiger vor eine große Aufgabe gestellt: Sie müssen auf zahlreiche schwerwiegende Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol antworten.

Trumps Anwälten stehen zwar ebenfalls zwei Tage für ihre Ausführungen zu, sie wollten sich aber auf wenige Stunden beschränken. »Es gibt für uns keinen Grund, lange dort zu bleiben«, sagte Anwalt David Schoen am Donnerstagabend im konservativen Nachrichtensender Fox News. »Der Prozess hätte nie stattfinden sollen, und wenn er stattfindet, sollte er so kurz wie möglich sein.«

Es gebe »keinerlei Beweise« gegen Trump, sagte Schoen weiter. So gebe es »keinerlei Verbindung« zwischen dem gewaltsamen Sturm auf das Kapitol durch radikale Trump-Anhänger und einer Rede des abgewählten Präsidenten unmittelbar vor der Erstürmung.

Der Trump-Verteidiger Michael van der Veen erklärte zu Beginn des Plädoyers am Freitag, nichts im Redetext könnte als »ermutigend, billigend oder als Aufruf zu gesetzeswidrigen Aktivitäten« ausgelegt werden. Die Behauptungen der Demokraten, dass der Republikaner die Demonstranten angestachelt habe, seien eine »absurde und monströse Lüge«. Das Verfahren sei verfassungswidrig, weil Trump bereits aus dem Amt geschieden sei. Den Demokraten gehe es lediglich darum, »zu versuchen, ihre politische Gegner zu disqualifizieren«, sagte van der Veen.

Die Impeachment-Ankläger hatten im Verfahren den Zusammenhang zwischen Trumps Rede und den Gewaltexzessen am 6. Januar hergestellt und dies mit umfassendem Videomaterial untermauert. Die neun demokratischen Abgeordneten zeigten, wie Trump über Monate haltlose Wahlbetrugsvorwürfen verbreitete und seine Anhänger dann in einer aufwieglerischen Rede zum Marsch auf das Kapitol aufrief. Trump sagte damals unter anderem: »Wenn ihr nicht auf Teufel komm raus kämpft, werdet ihr kein Land mehr haben.«

Die Ankläger forderten den Senat zu einem Schuldspruch wegen »Anstiftung zum…