Im Frühjahr während des ersten Lockdowns war alles noch weniger beschwerlich: Man konnte sich einfach draußen verabreden, an der frischen Luft. Auf Abstand in der Sonne sitzen. Zusammen eine Radtour machen. Als sie wieder öffnen durften, räumten Restaurants und Bars ihre Tische und Stühle auf die Gehwege vor den Lokalen. Denn das Risiko, sich im Freien mit Sars-CoV-2 zu infizieren, ist um ein Vielfaches geringer als in geschlossenen Räumen.

Jetzt ist Winter, es ist früh dunkel und eisig kalt. Alle Einrichtungen, die nicht der Grundversorgung dienen, sind geschlossen – keine Bars, kein Kino, kein Friseur. Auch Schulen und Kitas haben zu. Denn seit bekannt ist, dass sich Sars-CoV-2 nicht nur über Tröpfchen verbreitet, sondern auch über sehr viel kleinere Partikel, die in der Luft schweben, ist es in Innenräumen gefährlich geworden. Eine Studie hat nun berechnet wie gefährlich.

Martin Kriegel vom Hermann-Rietschel-Institut an der TU Berlin und seine Kollegin Anne Hartmann haben berechnet, wie hoch das Infektionsrisiko über Aerosole in geschlossenen Räumen ist – und unterschiedliche Räumlichkeiten miteinander verglichen. Die Ergebnisse sind als Preprint veröffentlicht worden, sie wurden also noch nicht von Fachkollegen überprüft.

Aus den Berechnungen geht unter anderem hervor, wie wichtig Masken und Abstand halten sind. In einer Oberschule mit voller Belegung ohne Masken ist das Risiko, sich mit Sars-CoV-2 anzustecken elfmal so hoch wie in einem Theater, das zu 30 Prozent belegt ist und in dem die Zuschauer Masken tragen. Reduziert man die Schüler auf die Hälfte und führt eine Maskenpflicht ein, ist das Risiko nur noch 2,4 Mal so hoch.

Für das Infektionsrisiko über Aerosolpartikel in geschlossenen Räumen sei die eingeatmete Dosis entscheidend, heißt es in der Studie. Diese hänge von unterschiedlichen Faktoren ab, wie etwa der Atemaktivität und der Aufenthaltsdauer im Raum.

Lautes Singen zum Beispiel, das wissen wir bereits aus der…