Das lasse man sich nun nicht mehr gefallen, wütete Sonja Ultsch vorige Woche in einem Video auf Facebook, biblisch geriet ihre Rage: »Wir haben schon die linke Backe für Ischgl hingehalten, jetzt halten wir auch noch die rechte Backe hin.«

Wie in einem Werbefilmchen für fröhliche Skisausen filmte sich die Hotelière vor sonnestrahlendem Alpenblick und wetterte gegen die Bestrebungen der österreichischen Regierung, Tirol wegen eines großen Ausbruchs der südafrikanischen Virusmutante B.1.351 abzuriegeln. »Mir reicht’s, sollen Sie uns doch einsperren!«, schimpfte Ultsch, die Augen verborgen hinter der Sonnenbrille, pinkfarbener Lippenstift, hellblondes Haar. »Aber dann machen wir hier alles auf!«

Das Trotzvideo ging viral; Ultsch sprach sicherlich vielen Tirolern aus der Seele. Und nicht nur denen. Es gibt wohl kein Land auf der Welt, in dem die Menschen den Lockdown, der sich vom Ausnahmezustand in eine neue Daseinsform verwandelt hat, nicht satthaben. Immer lauter werden Frust und Leid ob der deprimierenden Dauerherrschaft der Pandemie.