Die Corona-Impfungen sollen vor schweren Erkrankungen schützen, das ist klar. Zusätzlich hoffen jedoch viele, mit ihrer Hilfe auch die Pandemie ausbremsen zu können. Dafür müssten die Mittel verhindern, dass sich Geimpfte weiterhin infizieren und ansteckend sind. Noch ist nicht geklärt, ob das passiert. Eine aktuelle Studie aus Israel liefert jetzt jedoch erste, vorsichtige Hinweise.

Der Untersuchung zufolge können sich Menschen zwar kurz nach der ersten von zwei notwendigen Impfungen noch infizieren. Ein Ergebnis, das erwartbar ist, da das Immunsystem Zeit braucht, um einen Impfschutz aufzubauen. Allerdings sprechen die Ergebnisse dafür, dass Geimpfte bei einer Infektion schon zwölf Tage nach der Spritze weniger Viren ausscheiden als Ungeimpfte.

Zwölf Tage nach der Impfung: Geringere Virusmengen in den Proben

Für die Untersuchung, die noch nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht wurde, nutzte das Forscherteam um Idan Yelin vom Institute of Technology in Haifa Labordaten von insgesamt knapp 5800 Infizierten. Bei rund 1800 Personen lag die erste von zweit notwendigen Impfungen einen bis elf Tage zurück; bei 1140 Personen zwölf bis 28 Tage. Die anderen Proben stammten von Ungeimpften. Bei allen Teilnehmern wurde der Biontech-Impfoff genutzt.

Trotz der wenigen Tage Abstand zeigten sich Unterschiede zwischen den beiden Impfgruppen. Bei geimpften Personen, deren Impfung mindestens zwölf Tage zurücklag, waren im Mittel zwei PCR-Zyklen mehr nötig, um das Virus nachzuweisen. Die Virusmenge in der Probe war also im Schnitt geringer als bei ungeimpften Personen oder als bei Personen, bei denen die Impfung höchstens elf Tage zurücklag.

Dies sei grundsätzlich ein erfreulicher Befund, sagt Marco Binder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. »Allerdings ist der gemessene Unterschied mit ungefähr zwei Zyklen Differenz bei den Ct-Werten verhältnismäßig gering: Zwei Zyklen entspricht grob vierfach weniger RNA und damit möglicherweise auch vierfach weniger…