Die europäische Arzneimittelbehörde Ema hat das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die Ema am Freitag mit. Die Entscheidung beruhe auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird nach Angaben der Behörde deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Die Ema bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden Daten und Ergebnisse laufend geprüft, auch wenn die Studien noch nicht abgeschlossen sind und noch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde vorarbeiten können und bereits einen Wissensvorsprung haben, wenn der eigentliche Zulassungsantrag gestellt wird. Das Vorgehen ist laut Ema aber ebenso sorgfältig wie beim herkömmlichen Verfahren.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Neuigkeiten vom Freitag. Dies werde die Zulassung eines weiteren Impfstoffs beschleunigen, schrieb sie auf Twitter.

Wie lange die Prüfung dauern wird, ist dennoch unklar. Ein Impfstoff des Pharmakonzerns Johnson & Johnson etwa befindet sich seit Anfang Dezember im Rolling-Review-Verfahren der Ema, ohne dass bislang ein Zulassungsantrag gestellt wurde. Dieser Schritt ist erst möglich, wenn umfassende Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit eines Impfstoffs vorliegen. Erst danach gibt eine Expertengruppe der Ema eine Empfehlung zur Zulassung ab.

Zweiter mRNA-Impfstoff aus Deutschland

Der Impfstoff von Curevac ist nach dem Mittel von Biontech der zweite mRNA-Impfstoff, der in Deutschland entwickelt wurde. Curevac hat jüngst einen Kooperationsvertrag mit dem Pharmariesen Bayer geschlossen.

Wie das Produkt von Biontech enthält der Impfstoff die Bauanleitung für ein Eiweiß des Coronavirus, mit dem der Erreger in Körperzellen eindringt und sie so infiziert. Allein kann dieses Eiweiß…