Liebe Leserinnen, liebe Leser,

erinnern Sie sich noch an den Lockdown light im November? Damals stiegen die Infektionszahlen nach einem Corona-Sommermärchen mit heute kaum vorstellbaren Freiheiten wieder an. Doch am Wesen des Virus hat sich in den vergangenen Monaten (bis auf die Mutationen) nichts geändert. Trotzdem setzte die Politik damals gegen den Rat vieler Wissenschaftler auf das Prinzip Hoffnung. Ein folgenschwerer Fehler, wie wir heute wissen.

Derzeit sind wir in einer ähnlichen Situation. Die Verschärfungen der Maßnahmen aus dem Dezember und vor allem aus dem Januar zeigen Wirkung. Seit Wochen sinken die Fallzahlen, die Infektionskurve fällt ähnlich steil, wie sie vor Weihnachten stieg. Ein Ende der Einschränkungen scheint in Sicht.

Gleichzeitig schwillt seit Wochen eine unsichtbare Bedrohung immer weiter an: Die hochansteckenden Mutationen aus Südafrika, Großbritannien und Brasilien verbreiten sich in rasender Geschwindigkeit, in Düsseldorf machten sie zuletzt bereits ein Fünftel aller Neuinfektionen aus. Doch längst nicht überall werden die Mutanten nachgewiesen, ihre Bedrohung ist deswegen ähnlich abstrakt, wie es die verheerenden Infektionszahlen aus dem Januar Anfang November noch waren.

Zum Glück hat die Politik bei ihren Entscheidungen in dieser Woche klüger gehandelt. Statt zu öffnen, wurde der Lockdown verlängert, auch wenn er in manchen Bereichen (wie der Bildung) womöglich in den nächsten Wochen ausfranst und eine etwas obskur anmutende Ausnahme gemacht wurde (die Friseure).

Ob das ausreicht, werden wir vermutlich schon bald sehen. Aber es ist beruhigend, dass das Prinzip Hoffnung als Entscheidungsgrundlage ausgemustert scheint.

Und alle so: Yeah, neue MPK-Beschlüsse!

Was die neuen Corona-Beschlüsse bringen: Bremsen um jeden Preis
Der Shutdown wird abermals verlängert, allerdings könnten Kitas und Schulen bald öffnen. Letzteres wird von Experten begrüßt. Doch reichen die Beschlüsse, um die neue Dynamik durch Mutanten zu…