Berechnungen der Europäischen Kommission zufolge könnte der Brexit für Großbritannien deutlich teurer werden als für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Durch den Ausstieg sei für EU-Staaten bis Ende 2022 im Durchschnitt ein Verlust von etwa 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten, heißt es in einer offiziellen Prognose der Kommission (verglichen mit einer fortwährenden Mitgliedschaft Großbritanniens). Im Vereinigten Königreich könnte der Verlust in den zwei Jahren dagegen etwa 2,25 Prozent betragen. Das entspräche einer Summe von mehr als 40 Milliarden Pfund.

Den Berechnungen liegt ein statisches Modell zugrunde, das auf den Zahlen der OECD beruhe, heißt es in dem Papier. Auf dieser Grundlage seien Erwartungen aufgestellt worden, wie die durch den Brexit entstandenen Handelshemmnisse die Volkswirtschaften beeinflussen könnten.

Laut der Europäischen Kommission wären die Verluste noch höher ausgefallen, wäre ein harter Brexit ohne Handelsabkommen eingetreten.

Im Dezember hatten sich Großbritannien und die Europäische Union auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Demnach bleibt der Handel der Parteien zwar weiterhin zollfrei, britische Exporteure in die EU müssen aber aufwendig nachweisen, dass ihre Produkte überwiegend im eigenen Land hergestellt wurden. Auch Nachweise für die Einhaltung der EU-Regeln zur Lebensmittelsicherheit und von Produktstandards müssen künftig erbracht werden.

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