Das hatte sich Jörg Meuthen anders vorgestellt. Anhänger des AfD-Chefs hatten noch vor dem Aufstellungsparteitag in Sachsen am vergangenen Wochenende selbstbewusst verbreitet, man werde bei der Wahl für die Bundestagsliste Leute aus dem eigenen Lager auf die vorderen Plätze bekommen. Der Parteichef selbst habe die Kandidaturen vorbereitet und Mehrheiten organisiert.

Doch in der Messe Dresden hatten Meuthens Kandidaten kein Glück. Der erste scheiterte kläglich bei Platz zwei und danach auch bei Platz drei, dann trat er nicht mehr an. Der andere versuchte es erst gar nicht.

Stattdessen wurden zwei andere Männer nach vorn gewählt. Jens Maier, der auf dem Parteitag sagte, wer in diesen Zeiten nicht als Rechtsextremist diffamiert werde, mache etwas falsch. Und Siegbert Droese, der 2014 ein Foto von sich vor Adolf Hitlers Wolfsschanze verbreitet hatte. Der radikalere Teil der Partei obsiegte bei der Kandidatenaufstellung.

Der Machtkampf in der Partei läuft derzeit nicht gut für den Vorsitzenden. Sieben Monate vor der Bundestagswahl sind die Fronten in der AfD so verhärtet wie selten zuvor. Es geht nicht um Inhalte, sondern nur um die Frage: Wer ist für Meuthen, wer gegen ihn?