Erst etwa eine Million Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft – und ob sie andere trotzdem noch anstecken können, ist nicht endgültig geklärt. Doch von Tag zu Tag wächst ihre Zahl. Und schon jetzt streitet das Land über die Frage, ob Geimpfte Sonderrechte bekommen sollten: etwa auf Reisen, beim Besuch von Geschäften, Restaurants.

Kürzlich hat der Ticketverkäufer CTS Eventim die Diskussion neu entfacht: mit seiner Forderung, dass private Veranstalter künftig die Möglichkeit haben sollten, nur geimpfte Menschen für ihre Events zuzulassen.

Während Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und andere Politiker der Großen Koalition sich gegen Impfprivilegien aussprechen, entgegnen Befürworter, dass private Unternehmen selbst bestimmen dürfen, mit wem sie Geschäfte machen.

Aber ist legal auch moralisch legitim? Wichtig sei vor allem, dass Sonderrechte für Einzelne am Ende allen Beteiligten zugutekommen, meint Sarah Jastram, Professorin für Wirtschaftsethik in Hamburg im Gespräch mit dem SPIEGEL. Und eben dies müssten die Unternehmen den von ihnen abgewiesenen Kunden auch so erklären.