Wer zum Widerstand gegen Windräder in Deutschland recherchiert, stößt immer wieder auf die Bundesinitiative Vernunftkraft e.V.. Der Name dieses Zusammenschlusses von angeblich mehr als 920 Bürgerinitiativen soll wohl zeigen: Hier wird Energiepolitik gemacht, die »vernünftig« ist.

Mitgründer und 1. Vorsitzender des Vereins ist Nikolai Ziegler, der sich seit Jahren gegen Windräder einsetzt, die er als »ökologischen Irrsinn« oder »zerstörerischen Rückschritt« bezeichnet. In Interviews bezweifelt Ziegler, dass es einen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel gibt, auch im SPIEGEL hat er sich zu seinen Motiven geäußert.

Er ist, das legt die Greenpeace-Recherche nahe, eine Art Schlüsselfigur der Anti-Windkraft-Bewegung in Deutschland.

Anti-Windkraft-Aktivitäten mit Mitteln aus dem Ministerium organisiert?

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang Zieglers Arbeitgeber: Der Windkraftgegner arbeitet als Referent im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Zwar sitzt er in der Abteilung »Digital- und Innovationspolitik«, die offiziell keine Berührungspunkte mit der Energiepolitik hat. Allerdings hat Ziegler der »taz« zufolge im Ministerium zeitweise den persönlichen Referenten des Staatssekretärs Thomas Bareiß (CDU) vertreten – zuständig für den Bereich »Strom und Netze«.

Ein Anti-Windenergie-Lobbyist, der zwischendurch als rechte Hand des Staatssekretärs agierte, der für eben jenes Thema zuständig ist? Das BMWi teilte auf Anfrage lediglich mit: »Der Mitarbeiter ist im Rahmen seiner dienstlichen Tätigkeit nicht mit energiepolitischen Entscheidungen befasst. Auch in der Vergangenheit hat er an solchen Entscheidungen nicht mitgewirkt, auch nicht vertretungsweise.« Im Klartext: Er hat keine Entscheidungen getroffen, ob er den Referenten vertreten hat, bleibt offen.

Eine Rollenvermischung gibt es aber schon: Bareiß traf seinen Kollegen Ziegler auch in dessen Rolle als Vertreter von Vernunftkraft. Die Recherchen von Greenpeace belegen zudem, dass Ziegler…